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Meniskus Kleben

Der Meniskus im Kniegelenk ist ein wichtiges Organ und funktioniert als eine Art StoßdĂ€mpfer und FĂŒhrung der Bewegung der KnorpelflĂ€chen. Daher sollte versucht werden, den Meniskus zu erhalten, wenn er verletzt ist.

NOMINIERT FÜR DEN GERMAN MEDICAL AWARD 2019

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Wir haben eine neue minimalinvasive Methode entwickelt, mit der ein gerissener Meniskus zunĂ€chst refixiert werden kann, sodaß der Riß wieder zusammenwachsen kann und dadurch der Meniskus erhalten bleibt. Der Eingriff wird ohne Operation und ohne allgemeine Narkose in örtlicher BetĂ€ubung nahezu schmerzfrei unter Kernspinkontrolle (MRT) ambulant durchgefĂŒhrt. Das Ganze dauert etwa 1/2 bis 1 Stunde, danach können die Patienten sofort belasten. Im Anschluß werden 1x pro Woche Wachstumsfaktoren, ebenfalls unter LokalanĂ€sthesie, in das Knie in die unmittelbare NĂ€he des Meniskusrisses gespritzt. Die Wachstumfaktoren werden aus dem Blut des Patienten selbst gewonnen. Das Blut muss nur einmal abgenommen werden, die Injektionen in das Knie erfolgen dann ĂŒber einen Zeitraum von 4 Wochen 1 mal wöchentlich. Nach 6 Wochen ist der Heilungsvorgang des Meniskus abgeschlossen und wird mittels MRT kontrolliert.

Mit diesem Verfahren haben wir seit Mitte 2016 ĂŒber 312 Behandlungen erfolgreich durchgefĂŒhrt und die Therapieergebnisse waren bisher vielversprechend. Wir haben diese Therapie-Methode auf dem internationalen EFORT-Kongress in Wien (31.5.2017) prĂ€sentiert. Inzwischen liegen auch die ersten Therapie-Ergebnisse 1 Jahr nach Refixierung des Meniskus vor. Allen bisher nach 1 Jahr nachuntersuchten Patienten ging es gut, alle waren weitgehend beschwerdefrei, bis auf 5 Patienten, die inzwischen doch noch wegen des Meniskus operiert wurden. An der genauen statistischen Aufarbeitung der Untersuchungsergebnisse 4 Jahre nach Refixierung arbeiten wir zur Zeit. Die Ergebnisse 1 Jahr nach Refixierung haben wir auf dem internationalen Meeting der ICRS (International Cartilage Repair Society) im Dezember 2018 in Mailand prĂ€sentiert. Zur Zeit arbeiten wir an der Nachuntersuchung und Auswertung der Ergebnisse nach 3 Jahren, wobei inzwischen vorwiegend gute Ergebnisse auch ĂŒber 4 Jahren nach der Behandlung vorliegen.


Die folgenden Abbildungen zeigen das Prinzip der minimalinvasiven Behandlungsmethode:

Abb. 1) Zeigt den Aufblick auf ein rechtes Kniegelenk mit Innenmeniskus und Aussenmeniskus. Im Innenmeniskus ist ein typischer Riss dargestellt (im Bild links unten).
Abb. 2) Zeigt die EinfĂŒhrung eines MRT-tauglichen Introducers unter MRT-Kontrolle bis in den Meniskus-Riss.
Abb. 3) Nach Kontrolle der Position des Introducers im MRT wird der Fibrinkleber injiziert

Vorteile der neuen Methode:

1. Eine Operation und damit das operative Risiko wird vollstĂ€ndig vermieden! Auch bei Arthroskopischen Operationen besteht ein Risiko, Knorpelverletzungen an den GelenkflĂ€chen oder auch GefĂ€ĂŸ- oder Nervenverletzungen zu erleiden.

2. Das Risiko einer Allgemein-Narkose oder RĂŒckenmarks-Narkose wird vollstĂ€ndig vermieden!

3. Der Meniskus als wichtiges Organ im Kniegelenk bleibt erhalten!

4. Die neue Methode ist nahezu schmerzfrei.

5. Keine Strahlenbelastung, da der Eingriff im MRT (Kernspin) durchgefĂŒhrt wird.

6. Sofortige Belastbarkeit (keine SchwĂ€chung der Muskulatur), verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringer Zeitaufwand fĂŒr den/die Patienten/in.

7. Der verwendete Fibrinkleber ist ein bewĂ€hrtes Produkt, welches schon seit 29 Jahren in Gebrauch ist.

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HĂ€ufig gestellte Fragen:

Ist die neue Methode vollkommen Risiko frei?

- Nein, beim Einbringen der feinen Nadel besteht ein geringes Infektionsrisiko, obwohl wir nach hohen sterilen Standards arbeiten und z.B. ausschließlich steriles Einmalmaterial und Einmal-Kittel verwenden.

Können alle Meniskusrisse damit behandelt werden?

- Leider nicht, sogenannte dislozierte Risse, d.h., wenn sich ein grösseres Meniskus-Fragment verschoben hat, können naturgemĂ€ĂŸ nicht wieder zusammengeklebt werden. Ob ein Riß dafĂŒr geeignet ist, zeigt sich im diagnostischen MRT (Kernspin), welches vor einem solchen Eingriff vorhanden sein muß oder angefertigt werden muß.

Können alle Patienten damit behandelt werden?

- Bei Patienten, die nicht in ein MRT dĂŒrfen, z.B. Patienten mit Herzschrittmacher, kann der Eingriff auch im CT durchgefĂŒhrt werden

Welcher Fibrin-Kleber wird verwendet?

- Wir verwenden ein bekanntes Produkt einer international weltweit tĂ€tigen Firma. Es handelt sich um ein seit Jahren bewĂ€hrtes Produkt, welches schon bei der Refixierung von Gelenkknorpel oder anderen operativen Eingriffen in vielen LĂ€ndern erfolgreich eingesetzt wurde. Dennoch kann auch hier trotz sehr sorgfĂ€ltiger Herstellung und Reinigung ein geringes Rest-Infektionsrisiko nicht gĂ€nzlich ausgeschlossen werden. Außerdem können selten auch einmal allergische Reaktionen auftreten.

Kann der Patient/die Patientin unmittelbar nach dem Eingriff (Refixierung) Autofahren?

- Da eine örtliche BetĂ€ubung (LokalanĂ€sthesie) am Knie durchgefĂŒhrt wird, ist der/die Patient/in im Anschluß nicht sofort verkehrstĂŒchtig, sollte also an diesem Tag nicht selbst Autofahren.


Vergleichsbilder eines gerissenen Innenmeniskus eines rechten Kniegelenks im zeitlichen Verlauf vor und nach der Refixierung mit Fibrinkleber im MRT


Vor dem Eingriff
6 Wochen nach der Refixierung
6 Monate nach der Refixierung
1 Jahr nach der Refixierung

Diese MRT-Bilder zeigen im Verlauf die nahezu vollstÀndige Signal-Normalisierung im Innenmeniskus-Hinterhorn nach 1 Jahr. Der Patient ist vollkommen beschwerdefrei.


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